MKG Chirurgie Landsberger, Endodontie

ENDODONTIE

ZAHNERHALT DURCH WURZELBEHANDLUNG

WANN ERFOLGT EINE WURZELKANALBEHANDLUNG?

In den meisten Fällen erfolgt eine Wurzelkanalbehandlung aufgrund bakterieller Besiedelung des Zahnes oder Schädigung des Zahnes durch einen Unfall. Als Folge dieser Reize entsteht eine Entzündung im Zahninneren. Diese kann symptomatisch – also mit Schmerzen – oder unbemerkt ablaufen. Das Zahninnere besteht aus Blut- und Nervengefäßen (Pulpa), die sich im Wurzelkanalsystem befinden. Die Abwehrleistung der Pulpa ist eingeschränkt und somit bleibt eine solche Entzündung oftmals bestehen.

Die Entzündung kann in solchen Fällen durch eine Wurzelkanalbehandlung beseitigt und der Zahn langfristig erhalten werden.

DURCHFÜHRUNG WURZELKANALBEHANDLUNG

VORBEREITUNG

Zunächst wird die Karies vollständig entfernt und bei bereits starkem Substanzverlust der Zahn wieder aufgebaut (präendodontischer Aufbau), um eine keimdichte Behandlung des Zahnes zu ermöglichen.

KOFFERDAM

Der Zahn wird für die Behandlung durch ein Gummituch (Kofferdam) von der Mundhöhle isoliert. Somit können keine weiteren Bakterien während der Behandlung in das Zahninnere gelangen und Spülflüssigkeiten, die zur Beseitigung der Bakterien im Kanalsystem eingesetzt werden, nicht in den Körper gelangen.

ZUGANG

Der Zahn wird eröffnet, anschließend werden mit Hilfe des Dentalmikroskops bis zu einer 24-fachen Vergrößerung die Eingänge der Wurzelkanäle aufgesucht und dargestellt. Die Kanaleingänge werden so aufbereitet, dass ein ausreichender Zugang zum Wurzelkanalsystem geschaffen wird, der Zahn aber nicht unnötig durch zu großen Substanzabtrag geschwächt wird. Mit Hilfe des Dentalmikroskops ist es auch möglich Fremdkörper in den Wurzelkanälen wie z.B. abgebrochene Instrumente und Wurzelstifte darzustellen und diese zu entfernen.

AUFBEREITUNG

Die Wurzelkanäle werden zunächst vorsichtig mit feinen Handinstrumenten bis zu den Wurzelspitzen ausgetastet. Es folgt die Bestimmung der Länge der Wurzelkanäle (Arbeitslänge) mittels elektrometrischem Messverfahren. Die Arbeitslänge wird mit Hilfe von digitalen Röntgenbildern überprüft. Im weiteren Verlauf werden die Wurzelkanäle mechanisch und chemisch aufbereitet. Die mechanische Aufbereitung erfolgt mit Handinstrumenten und maschinell mit Nickel-Titan-Einwegfeilen. Die chemische Aufbereitung erfolgt mehrfache mit einer ultraschallaktivierten, antibakteriellen Desinfketionsspülung.

FÜLLUNG

Nach gründlicher Aufbereitung der Kanäle werden diese mit einem biokompatiblem Wurzelfüllmaterial gefüllt. Dazu wird die Guttapercha erwärmt und anschließend im Kanalsystem kondensiert (thermoplastische Füllung). Der Zahn wird abschließend mit einem Keim- und Speicheldichten Kunststoffaufbau versehen. In manchen Fällen ist es notwendig einen Stift im Kanalsystem einzubringen, um der Füllung ausreichend Halt zu gewährleisten. Zum Prüfen des Behandlungserfolges werden nach der Wurzelfüllung weitere Röntgenbilder angefertigt.

RECALL

In bestimmten Zeitintervallen sollte der wurzelkanalbehandelte Zahn kontrolliert werden. Die wird röntgenologisch  überprüft, ob sich eine bestehende Entzündung zurückgebildet hat.

ALTERNATIVEN ZUR WURZELKANALBEHANDLUNG

Die Wurzelkanalbehandlung ist die letzte Möglichkeit den Zahn ohne chirurgische Eingriffe zu erhalten. In seltenen Fällen bleibt eine Entzündung bestehen oder es handelt  sich um Zysten, die sich an den Wurzelspitzen gebildet haben. Dann ist die chirurgische Zahnerhaltung – die sog. Wurzelspitzenresektion – notwendig. Dabei wird ein Zugang zur Wurzelspitze von der Seite geschaffen, das entzündliche Gewebe bzw. die Zyste entfernt und anschließend der Zahn von der Wurzelspitze aus keimdicht verschlossen.

Ist der Zahn weder durch eine Wurzelkanalbehandlung noch durch eine Resektion zu erhalten, folgen die Entfernung des Zahnes und der Ersatz durch eine Brück oder ein Implantat.

PROGNOSE/BEHANDLUNG

Um die Erhaltungswürdigkeit Ihres Zahnes zu analysieren, wird nach eingehender Untersuchung eine individuelle und ausführliche Beratung zu Ihren Therapiemöglichkeiten durchgeführt. Außerdem wird die Prognose für die Behandlung Ihres Zahnes eingeschätzt. Die Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltungskunde gibt eine Erfolgswahrscheinlichkeit mit bis zu 95% für eine Erstbehandlung an. Handelt es sich um eine Zweitbehandlung – also die Erneuerung einer bereits bestehenden, nicht  intakten Wurzelfüllung –  liegt die  Erfolgswahrscheinlichkeit bei bis zu 80 %.

Diese Erfolgswahrscheinlichkeiten sind nur durch aufwendige Behandlungsmethoden nach neuen technologischen Verfahren, wie wir sie in unserer Praxis anbieten, umsetzbar. Die Behandlung wird mit speziellen Verfahren und einem wissenschaftlich anerkannten Behandlungskonzept durchgeführt. Die Wurzelkanalbehandlungen werden von einem auf den Fachbereich der Wurzelkanalbehandlung (Endodontie) spezialisierten Zahnarzt durchgeführt (Dr. A. Vlassakidis).

Die Kosten für die Wurzelkanalbehandlung werden nur zum Teil von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Die durch ein solches Behandlungsverfahren entstehenden Mehrkosten sind privat zu zahlen.

Für weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung.

UNSER BEHANDLUNGSKONZEPT

  • Kofferdam
  • Digitales Röntgen
  • Fotodokumentation
  • Dentalmikroskop
  • Ultraschallaktivierte, mehrfache Wechselspülung
  • Elektrische Längenmessung
  • Maschinelle Wurzelkanalaufbereitung mit Einwegfeilen (Reziprok)
  • Thermoplastische Wurzelfüllung
  • Stift-Stumpf-Aufbau (Glasfaser)